Pflegelexikon

Wissenwertes für Sie  - rund um das Thema Pflege

Pflegegeld

Pflegegeld wird der Geldbetrag für die Pflege durch Angehörige genannt.

  • Pflegegrad 1 = bis zu 125 Euro Entlastungsbetrag > zweckgebundene Kostenerstattung
  • Pflegegrad 2 = 316 Euro
  • Pflegegrad 3 = 545 Euro
  • Pflegegrad 4 = 728 Euro
  • Pflegegrad 5 = 901 Euro

Pflegesachleistungen

Pflegesachleistungen werden die Leistungen z.B. durch einen professionellen ambulanten Pflegedienst/stationäre Pflegeeinrichtungen genannt.

  • Pflegegrad 1 = bis zu 125 Euro Entlastungsbetrag
  • Pflegegrad 2 = 689 Euro
  • Pflegegrad 3 = 1.298 Euro
  • Pflegegrad 4 = 1.612 Euro
  • Pflegegrad 5 = 1.995 Euro


Bei Pflegegrad 1 bis zu 125 Euro Entlastungsbetrag, da bei PG 1 kein Anspruch auf Pflegesachleistungen vorhanden ist. Dieser ist zweckgebunden.



Kombinationsleistungen

Bei der Kombinationspflege übernehmen Sie einen Teil der Pflege Ihres Angehörigen selbst und zusätzlich wird die Hilfe eines ambulanten Pflegedienstes in Anspruch genommen.

In diesem Fall können Sie beide Leistungen, das Pflegegeld und die Pflegesachleistungen, miteinander kombinieren. Bei der sogenannten Kombinationsleistung verringert sich das Pflegegeld prozentual um den Wert, in welchem Umfang die Pflegesachleistung in Anspruch genommen wird.

Was kompliziert klingt, kann ganz einfach berechnet werden. Nehmen Sie die Pflegesachleistungen zu 30% in Anspruch, so verringert sich das Pflegegeld um 30%. Sie erhalten also nur noch 70% des eigentlichen Pflegegeldes entsprechend Ihres Pflegegrades, zusätzlich zu den Pflegesachleistungen.

 

Ein Beispiel zur Kombinationsleistung:

Frau Schmitt hat Pflegegrad 2 und nimmt Dienstleistungen eines Pflegedienstes in Höhe von 207 Euro in Anspruch. Der Anteil beträgt 30% der eigentlichen Sachleistungen in Höhe von 689 Euro pro Monat. Kombiniert sie diese Leistung jetzt mit dem Pflegegeld für Pflegegrad 2, so stehen ihr 70% von 316 Euro zu, das heißt Frau Schmitt bekommt 221 Euro anteiliges Pflegegeld. Frau Schmitt bekommt damit insgesamt 428 Euro pro Monat an Leistungen der Pflegekasse.

Entlastungsbetrag nach §45b SGB XI

Zusätzlich zum Pflegegeld können Leistungen nach §45b SGB XI (Entlastungsbetrag 125/Monat) bei PG 2 – PG 5 beansprucht werden. Die Voraussetzung hierfür ist ein Vorliegen von Pflegebedürftigkeit.

Mit dem Entlastungsbetrag von 125 Euro pro Monat sollen die pflegende Angehörigen entlastet und beraten werden. Die pflegebedürftige Person soll dahingehend beraten werden, dass sie so lange wie möglich im häuslichen Umfeld ihren Alltag selbstständig bewältigen und soziale Kontakte pflegen kann. Das heißt: Der Pflegebedürftige mit einem Pflegegrad 1- 5 in häuslicher Pflege hat Anspruch auf den Entlastungsbetrag von 125 € pro Monat.

Dieser Betrag dient der Erstattung von Aufwendungen im Zusammenhang mit der Inanspruchnahme:

  • Für teilstationäre Pflege wie z.B. der Tages- und Nachtpflege
  • Für Leistungen der Kurzzeitpflege und der Verhinderungspflege
  • Für Kost und Logis sowie Investitionskosten während der Kurzzeitpflege
  • Für Leistungen anerkannte Angebote zur Unterstützung im Alltag nach § 45a SGB XI (niedrigschwellige Entlastungsleistungen)
  • Für anerkannte Haushalts- und Serviceangebote
  • Für Leistungen der ambulanten anerkannten Pflegedienste (bei PG 2-5 z.B. für das Vorlesen, Spazierengehen etc., nicht jedoch für körperbezogene Pflegemaßnahmen). Bei PG 1 können diese hierfür verwendet werden, da keine Pflegeleistungen sonst erfolgen.

 

Verhinderungspflege

Die Verhinderungspflege kann bei Pflegegrad 2-5 beantragt werden, wenn die Pflegeperson krank ist oder einfach mal etwas ausspannen möchte. Innerhalb eines Kalenderjahres können bis zu 1.612,00 Euro in Anspruch genommen werden.

Dieser Geldbetrag kann um bis zu 806,00 Euro aus noch nicht in Anspruch genommenen Mitteln der Kurzzeitpflege auf insgesamt bis zu 2.418,00 Euro im Kalenderjahr erhöht werden. Die Kurzzeitpflege wird dann um eben diesen Betrag gekürzt.

Die Ersatzpflege in der Abwesenheit der Pflegeperson kann durch einen Pflegedienst, aber auch durch ehrenamtliche oder erwerbsmäßig tätige Personen übernommen werden.

Wichtig: Der Anspruch auf diese Leistung entsteht erst 6 Monate nach Eintritt der Pflegebedürftigkeit. Die Verhinderungspflege muss bei der Pflegekasse aktiv beantragt werden. Der Anspruch für ein Kalenderjahr verfällt immer zum 31. Dezember des Jahres. Die Verhinderungspflege muss jedes Jahr neu beantragt werden.

Kurzzeitpflege

Pflegegrad 1 > bis zu 125 Euro einzusetzender Entlastungsbetrag

Pflegegrad 2-5 > 1.612 Euro für Kosten der Kurzzeitpflege bis zu acht Wochen

Viele Pflegebedürftige sind nur für eine begrenzte Zeit auf vollstationäre Pflege angewiesen, insbesondere zur Bewältigung von Krisensituationen bei der häuslichen Pflege oder übergangsweise im Anschluss an einen Krankenhausaufenthalt. Für sie gibt es die Kurzzeitpflege in entsprechenden stationären Einrichtungen.

Es ist gesetzlich klargestellt, dass der im Kalenderjahr bestehende, noch nicht verbrauchte Leistungsbetrag Verhinderungspflege auch für Leistungen Kurzzeitpflege eingesetzt werden kann. Dadurch kann der Leistungsbetrag der Kurzzeitpflege maximal verdoppelt werden; parallel kann auch die Zeit für die Inanspruchnahme von vier auf bis zu acht Wochen ausgeweitet werden.

Der für die Kurzzeitpflege in Anspruch genommene Erhöhungsbetrag wird auf den Leistungsbetrag für eine Verhinderungspflege angerechnet. Es besteht auch ohne Inanspruchnahme des Leistungsbetrages der Verhinderungspflege generell ein Anspruch auf acht Wochen Kurzzeitpflege.

Auch die Weiterzahlung des hälftigen Pflegegeldes bei Inanspruchnahme einer Kurzzeitpflege wurde auf acht Wochen im Jahr ausgeweitet. Diese Ansprüche gelten für Pflegebedürftige der Pflegegrade 2 bis 5. Pflegebedürftige Personen mit dem Pflegegrad 1 können den Entlastungsbetrag in Höhe von 125 Euro pro Monat einsetzen, um Leistungen der Kurzzeitpflege in Anspruch zu nehmen.

Sollten Sie die Kurzzeitpflege im laufenden Kalenderjahr noch nicht beansprucht haben, besteht zusätzlich die Möglichkeit, 50% des Leistungsbetrages der Kurzzeitpflege zusätzlich zum Verhinderungs-Pflegegeld zu beantragen. Dies entspricht 806,00 €.

Behandlungspflege SGB V

Zusätzlich zu den Geld- und Sachleistungen der Pflegekasse übernimmt Ihre Krankenkasse auch Leistungen der Behandlungspflege (z.B. Medikamente richten und verabreichen, Verbandswechsel, Kompressionsstrümpfe an- und ausziehen, Injektionen etc.). Eine Übernahme der Kosten erfolgt auf ärztliche Anordnung.

Ausländische ungelernte Betreuungskräfte (z.B. 24h-Pflegerinnen aus Osteuropa) dürfen diese Leistungen nicht erbringen. 

Tagespflege

Die Krankenkassen zahlen Pflegebedürftigen, Demenzkranken, psychisch Kranken und geistig Behinderten mit erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz bei:

 

  • Pflegegrad I > 125 €/ Monat (einsetzbarer Entlastungsbetrag)
  • Pflegegrad II = 689 €/ Monat
  • Pflegegrad III = 1.298 €/ Monat
  • Pflegegrad IV = 1.612 €/ Monat
  • Pflegegrad V = 1.995 €/ Monat

 

Es erfolgt keine Verrechnung des Pflegegeldes (Pflege durch Angehörige) oder der Pflegesachleistungen (Pflege durch einen ambulanten Pflegedienst) mit dem Geld für eine Tages- und/oder Nachtpflege.

Die finanziellen Leistungen für die Tages- und Nachtpflege werden zusätzlich zum Pflegegeld oder zu den Pflegesachleistungen durch die Pflegekasse in voller Höhe zur Verfügung gestellt. Die Krankenkasse übernimmt bei der Tages- und Nachtpflege nur die Pflegekosten. Alle Kosten, die darüber hinausgehen (Unterkunft oder Verpflegung), müssen von den Pflegebedürftigen oder den Angehörigen selbst getragen werden.

Nachtpflege

Für wen ist die Nachtpflege geeignet? Bei der Nachtpflege handelt es sich um eine Betreuung und/ oder medizinische Versorgung in einer Pflegeeinrichtung, bei der die pflegenden Angehörigen über Nacht entlastet werden sollen. Ein ständiger Aufenthalt in einer Pflegeeinrichtung wird hinausgezögert.

Der Pflegebedürftige wird in einer vereinbarten Zeit zwischen 18 und 7 Uhr täglich betreut. Diese Form der Pflege ist vor allem für Demenzkranke im Anfangs- oder mittleren Stadium geeignet, da sie unter einem gestörten Tag-Nacht-Rhythmus leiden. Oft gehört die Nachtpflege zu einer stationären Einrichtung, wodurch die Betreuung durch eine qualifizierte Nachtwache gesichert wird. Ebenso ist die Nachtpflege für Patienten nach einem langen Krankenhausaufenthalt geeignet, um sie langsam wieder an die Selbstständigkeit zu gewöhnen. Der Patient wird abends durch einen komfortablen Transport von zu Hause abgeholt und am nächsten Morgen wieder zurückgebracht. Es gibt mittlerweile allerdings auch die Möglichkeit der ambulanten Nachtpflege oder Nachtwache.

 

Um die Nachtpflege in Anspruch nehmen zu können, muss belegt sein, dass der Pflegebedürftige, Zuhause nicht mehr ausreichend versorgt werden kann. Zusätzlich muss der Patient einer Pflegestufe zugeordnet sein, um finanzielle Unterstützung für den Aufenthalt in einer Pflegeeinrichtung zu erhalten. Die Höhe des pauschal berechnetet Betrages richtet sich nach der zugeteilten Pflegestufe.

Seit 2015 zahlen die Krankenkassen den Pflegebedürftigen, Demenzkranken, psychisch Kranken und geistig Behinderten mit erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz bei:

  • Pflegegrad I > 125 €/ Monat (einsetzbarer Entlastungsbetrag)
  • Pflegegrad II = 689 €/ Monat
  • Pflegegrad III = 1.298 €/ Monat
  • Pflegegrad IV = 1.612 €/ Monat
  • Pflegegrad V = 1.995 €/ Monat


Welche Leistungen der Tages- und Nachtpflege können mit anderen Leistungen kombiniert werden?

Die Tages- und Nachtpflege kann mit dem Pflegegeld und/ oder den ambulanten Pflegesachleistungen kombiniert werden.

Übergangspflege ohne Pflegeeinstufung

Es gibt Fälle, in denen Menschen vorübergehend Pflege benötigen, ohne dass eine Pflegebedürftigkeit im Sinne der Pflegeversicherung vorliegt, zum Beispiel nach einem Krankenhausaufenthalt, einer ambulanten OP oder aufgrund einer akuten schwerwiegenden Erkrankung. Bisher hatten Patientinnen und Patienten hierbei keinen Anspruch auf gesetzliche Leistungen.

Diese Versorgungslücke schließt das „Gesetz zur Reform der Strukturen der Krankenhausversorgung (Krankenhausstrukturgesetz)“.

Seit 1. Januar 2016 können Versicherte in diesen Fällen eine sogenannte Übergangspflege als neue Leistung der Krankenkassen nach SGB V in Anspruch nehmen. Dabei gilt, sofern keine Pflegebedürftigkeit nach SGB XI vorliegt: → Versicherte haben Anspruch auf Grundpflege und hauswirtschaftliche Versorgung im Rahmen der häuslichen Krankenpflege.

Der Anspruch umfasst vier Wochen, in begründeten Ausnahmefällen auch länger (§ 37 Abs. 1a SGB V). → Reichen die oben genannten Leistungen nicht aus, besteht Anspruch auf Aufnahme in eine Kurzzeit-Pflegeeinrichtung für bis zu acht Wochen je Kalenderjahr. Die Krankenkasse beteiligt sich an den Kosten für Pflege, Betreuung und Behandlungspflege bis zu einem Betrag von jährlich 1.612 Euro (§ 39c SGB V).


Pflegehilfsmittel

Pflegehilfsmittel i.H.v. 40 € können kostenlos pro Monat in Anspruch genommen werden.

Diese sind bei der Krankenkasse zu beantragen. Eine komfortable Möglichkeit Pflegehilfsmittel zu erhalten, ist diese als Abonnement zu bestellen. Es wird ohne Versandgebühren monatlich Ihr Wunschpaket geliefert. Es wird direkt für Sie mit Ihrer Krankenkasse abgerechnet – Sie erhalten keine Rechnung. Hierbei sind wir Ihnen gerne behilflich. 

Wohnraumanpassung

Die Wohnraumanpassung kann eine Alternative zum Wohnen im Alten- oder Pflegeheim sein. Dafür sprechen Gründen wie die Erhaltung Ihres sozialen Umfeldes etwa in der Nachbarschaft und Ihre selbständige Lebensführung. Durchschnittliche Kosten für eine Wohnraumanpassung liegen bei ca. 5.000 – 8.000 €. Bei Vorliegen eines Pflegegrades erhalten Sie einen Zuschuss von der Pflegekasse.

Die von Ihnen geplante Wohnraumanpassung kann Ihre Pflegekasse mit Zuschüssen bis zu einem Betrag von maximal 4.000 € je Maßnahme fördern (§ 40 Abs. 4 SGB XI).

Voraussetzung für die Förderung ist jedoch, dass durch die Wohnraumanpassung die Pflege zuhause ermöglicht oder erheblich erleichtert wird. Die Höhe des Zuschusses richtet sich nach den Kosten der Maßnahmen.

Wichtig: Für den Zuschuss müssen Sie vor Beginn des Umbaus einen Antrag bei Ihrer Pflegekasse stellen. Wenn Sie in einer Mietwohnung wohnen, müssen Sie Ihre Pläne mit Ihrem Vermieter besprechen, denn er muss der Wohnungsanpassung zustimmen. Lassen Sie sich vor der Wohnungsanpassung kompetent beraten (z.B. durch den Kreisseniorenrat Calw).

Pflegeunterstützungsgeld

Seit dem 1. Januar 2015 erhalten Arbeitnehmer für die zehntägige Auszeit eine Entgeltersatzleistung: das Pflegeunterstützungsgeld. Dies gilt auch für Minijobber.

Als Pflegeunterstützungsgeld zahlt die gesetzliche Pflegeversicherung 90 Prozent des ausgefallenen Nettoarbeitsentgelts oder 100 Prozent des ausgefallenen Nettoarbeitsentgelts, wenn in den letzten zwölf Kalendermonaten vor der Freistellung eine beitragspflichtige Einmalzahlung gezahlt wurde.

Das Pflegeunterstützungsgeld darf das Höchstkrankengeld von 103,25 Euro (2018) nicht überschreiten. Außerdem werden Kranken-, Renten- und Arbeitslosenversicherungsbeiträge entrichtet. Die Leistungen werden von der Pflegekasse des Pflegebedürftigen erbracht.